Die Berge sind weg

Die Berge sind weg, stell‘ dir vor, die Berge sind weg, einfach weg
Sie haben sie versteckt
sie weggezogen
abgetragen verpackt verschickt, weg sind sie.

Es gibt Postkarten, die zeigen das,
was früher war.
Die Namen hängen auf den Gipfeln
flattern im Wind
blinzeln weiß in den wolkenlosen Himmel.
Eine Illusion – denn die Berge sind nun weg.
Die Gipfelstürmer schwelgen im vergangenen Triumpf
schmücken sich mit Höhenmetern
mit Schwierigkeitsgraden
Aufstiegskrämpfen und Abstiegsdramen.
Der Schweiß noch nicht getrocknet
doch die Berge sind nun weg.
Was machen, mit all den Edelweißgeschichten,
mit all dem mitleidigen G‘schau nach Osten?
Was machen mit der sonnengebräunten Haut?
Was machen mit all den strammen Wadeln?
Und was mit der Bergsteigerwurst?
Die Berge sind weg.
Stell dir das mal vor, weg!

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